Allgemeine Geschäftsbedingungen (AGB)

„Eure Hebammen, Candussi & Passath“

 

  1. Allgemeines
    • Christina Passath, BSc ist freiberufliche Hebamme und im Hebammenregister des öster­reichischen Hebammengremiums mit der Zahl 2470 eingetragen.
    • Elisabeth Candussi, BSc ist Kindergartenpädagogin, freiberufliche Hebamme und im Hebammenregister des österreichischen Hebammengremiums mit der Zahl 2800 einge­tragen.
    • Elisabeth Candussi und Christina Passath bieten als Team „Eure Hebammen, Candussi & Passath“ Vor- und Nachsorgen sowie individuelle Angebote an.
    • Mit vorliegender Betreuungsvereinbarung zwischen „Eure Hebammen, Candussi & Passath (im Weiteren als „Wahlhebammen“ bezeichnet) und der Schwangeren/Wöch­­nerin (im Weiteren als „Kundin* bezeichnet) wird die Betreuung gemäß nachfolgenden Bestimmungen geregelt.
    • Die Schreibweise Kundin* wird gewählt, um weibliche, männliche und nichtbinäre Geschlechtsidentitäten in diese Vereinbarung zu inkludieren.

 

  1. Kompetenzprofil/Leistungskatalog
    • Gemeinsames Angebot: Kostenloses Mutter-Kind-Pass Beratungsgespräch mit Kassenvertrag, Vorsorge, Stillvorbereitung, Nachsorge, Stillberatung, Lasertherapie, Yoga in der Schwangerschaft, Rückbildungskurse, Trageberatung, und K-Taping.
    • Elisabeth Candussi: Einzelgeburtsvorbereitung, Geburtsvorbereitungskurse in Graz, Entwicklungsbegleitung in den ersten Lebensjahren (Reformpädagogisches Fachwissen), Still-und Laktationsberaterin IBCLC (in Ausbildung, ab September 2020)
    • Christina Passath: Akupunktur (in Ausbildung), Bindung durch Berührung in Einzel­sitzungen, Schwangerschaftsgymnastikkurse, Trageberaterin der „Die Trageberatung“ (in Ausbildung), Pränatal-Trainerin (in Ausbildung)
    • Für die Wahlhebammen setzt eine Begleitung im Team, eine lückenlose Dokumentation, kontinuierlichen Austausch und die Verwendung von einheitlichen Empfehlungen und Arbeitsweisen voraus. Deswegen wurden von den Wahlhebammen Behandlungsstandards entwickelt um ein einheitliches Arbeiten für die Kundin* gewährleisten zu können.

 

 

 

  1. Anspruch auf Hebammenbetreuung & Übernahme der Krankenkasse
    • Die Krankenkasse erstattet 80% vom Kassentarif bei zwei Terminen in der Schwanger­schaft (sofern eine ambulante Geburt geplant ist) und bei Terminen im Wochenbett bis zur achten Lebenswoche. Bei einer ambulanten Geburt (Entlassung am Entbindungsdatum) leistet die Krankenkasse Kostenerstattung für zwölf Hausbesuche im Wochenbett. Bei einem längeren Klinikaufenthalt reduziert sich die Gesamtanspruchsanzahl um die Tage des Klinikaufenthalts. Nach dem fünften Tag nach der Geburt besteht noch immer Anspruch auf bis zu sieben Hausbesuche innerhalb der ersten acht Lebenswochen. Grund­sätzlich kann eine Hebamme Familien über das gesamte erste Lebensjahr begleiten. Tägliche Hausbesuche bis zum 5. Lebenstag des Kindes sind notwendig. Darüber hinaus finden Besuche nach medizinischer Notwendigkeit oder persönlichem Bedarf statt.
    • Für Besuche nach der achten Lebenswoche gelten die Tarife siehe Punkt 15. Ein Zuschuss der Krankenkassen ist dabei nicht mehr vorgesehen.

 

  1. Aufgaben der Wahlhebammen im Wochenbett
    • Untersuchungen bei der Wöchnerin: Kontrolle des Allgemeinzustandes physisch (Blut­druck, Puls etc.) und psychisch, Kontrolle und Förderung der Laktation (Milchbildung), der Lochien (Wochenfluss) und der Involution (Rückbildung)
    • Untersuchungen beim Neugeborenen: Kontrolle des Allgemein- und Ernährungs­zustandes, Saugverhalten, Gewichtskontrollen, orale Gabe von Vitamin K und die kapillare Blutabnahme für die Stoffwechselunter­suchung (PKU) am 3. Lebenstag (falls von den Eltern erwünscht).

 

  1. Mitwirkungspflichten der Kundin*
    • Die Kundin* ist verpflichtet, den Wahlhebammen wahrheitsgemäße Angaben über Umstände mitzuteilen, welche aus Sicht der Wahlhebammen für die ordnungsgemäße Wahrung des Wohls und der Gesundheit der Kundin*, sowie der Neugeborenen und Säuglinge notwendig sind. Die Wahlhebammen müssen alle für ihre Tätigkeit wesentlichen Informationen von der Kundin* mitgeteilt bekommen, allen voran über gesundheitliche Beschwerden, Allergien, Vorerkrankungen und Beeinträchtigungen.
    • Ein Termin für die Mutter-Kind-Pass Untersuchung (U2), notwendig in der 1. Lebenswoche, muss bei den zuständigen Fachpersonen selbst vereinbart werden. Termine für Hüftultra­schall und Hörkontrolle sind ebenfalls selbst zu organisieren.
    • Die Kundin* hat den Wahlhebammen im Rahmen der Erstanamnese alle nötigen Informa­tionen zu erteilen. Diese Mitwirkungspflicht trifft auch bei den darauffolgenden Anam­nesen zu.
    • Die Kundin* verpflichtet sich, den Wahlhebammen allfällige Änderungen über ihre Personendaten (Wohnsitz, Namensänderung, Versicherungsveränderung usw.) sowie ihren Gesundheitszustand unverzüglich mitzuteilen.
    • Die Wahlhebammen können von der Betreuungsvereinbarung zurücktreten, wenn die Kundin* ihre Mitwirkungspflichten verletzt.
    • Die Kundin* oder eine von ihr beauftragte dritte Person ist verpflichtet, die Wahl­hebammen über die Geburt des Kindes sowie über den geplanten Entlassungstag aus der Klinik, vor dem nach Hause gehen zu informieren. Bei ambulanter Geburt innerhalb von sechs Stunden nach der Geburt. Bei allen anderen Geburten innerhalb von 24 Stunden.
    • Das Screening Kärtchen der Neugeborenenblutabnahme ist selbstverantwortlich einge­schrieben aufzugeben.

 

  1. Vertragsabschluss
    • Die Betreuungsvereinbarung zwischen den Wahlhebammen und der Kundin* tritt nach gegenseitiger Unterzeichnung bei einem persönlichen Gespräch in Kraft.
    • Bei Nichtinanspruchnahme der vereinbarten Wochenbettbetreuung behalten sich die Wahlhebammen einen Kostenersatz von € 250 vor. Die Kosten werden von der Kranken­kasse nicht rückerstattet.

 

  1. Vertragsauflösung
    • Beide Vertragsparteien sind berechtigt, ohne Angaben von Gründen jederzeit und mit sofortiger Wirkung durch schriftliche Erklärung (per Mail) die gegenständliche Be­treuungsvereinbarung aufzulösen.
    • Der Kostenanspruch der Wahlhebammen für die bis zur Vertragsauflösung erbrachten Leistungen bleibt bei Vertragsauflösung bestehen.
    • Bei einer Vertragsauflösung nach der Geburt wird als Entschädigung 250€ für den Zahlungsentgang berechnet, da der Betreuungsplatz fixiert war.
    • Die Wahlhebammen haben bei Vertragsauflösung von ihrer Seite die entsprechenden Schutz- und Sorgfaltspflichten zu berücksichtigen. Sie sind nicht verpflichtet, die Kundin* bei der Suche nach einer neuen Hebamme zu unterstützen.
    • Die Wahlhebammen sind berechtigt, die Betreuung abzubrechen, wenn die Kundin* ihre Mitwirkungspflicht verletzt, d.h. die Beratungsinhalte negiert und wichtige Behandlungs­empfehlungen bzw. Therapiemaßnahmen nicht umsetzt und dadurch das Kindswohl bzw. der Gesundheitszustand der Mutter gefährdet ist, oder erforderliche Auskünfte zur Anam­nese und Diagnose unzutreffend oder lückenhaft erteilt werden. In diesem Fall ist die Schriftform nicht erforderlich.

 

 

  1. Termine
    • Die jeweiligen Termine werden mit der Kundin* gesondert vereinbart.
    • Die Regel- Hausbesuchszeiten sind von 08:00-17:00. Da die Fahrtenroute der jeweiligen Arbeitstage von den Wahlhebammen immer ressourcenschonend geplant werden, erhält die Kundin* in den ersten acht Wochen postpartal (nach der Geburt) das jeweilige Datum des nächsten Besuches und einen ungefähren Zeitrahmen (morgens 8-11 Uhr, vormittags 11-14 Uhr oder nachmittags 14-17 Uhr) genannt.

Damit gewährleisten die Wahlhebammen eine Betreuung ohne Zeitstress durch genau einzuhaltende Termine. Die Kundin* kann Präferenzen nennen, auf die bei Möglichkeit auch eingegangen wird.

  • Der erste gebührenpflichtige Wochenbettbesuch findet spätestens am darauffolgenden Tag nach der Klinikentlassung statt.
  • Sollte ein Termin von Seiten der Kundin* nicht wahrgenommen werden können, so muss dies mindestens 24 Stunden vor dem vereinbarten Termin den Wahlhebammen telefonisch mitgeteilt und der Termin verschoben werden, wenn dies dem Gesundheitszustand des Kindes oder der Kundin* zuträglich ist. Wird der Termin nicht in oben angeführter Frist abgesagt oder unentschuldigt überhaupt nicht wahrgenommen, so wird das vereinbarte Honorar pro Behandlungsstunde dennoch fällig. Bei Terminabsage wegen erfolgter Geburt der Kundin* werden keine Kosten fällig. Die Krankenkasse übernimmt dafür keine Kosten.
  • Bei Absage des Termins durch die Wahlhebammen, wird bei Bedarf ein Ersatztermin angeboten und der entfallene Termin nicht verrechnet.
  • Bei einer ambulanten Entlassung und/oder einer vorzeitigen Entlassung vor dem 5. Lebenstag des Kindes, behalten sich die Wahlhebammen vor, täglich einen Hausbesuch bis zum einschließlich 5. Lebenstag zu machen, damit die Kundin* und ihr Neugeborenes bestmöglich versorgt und begleitet sind. Weitere Besuche obliegen der medizinischen Notwendigkeit oder dem Wunsch der Kundin*. Mit Unterschrift der Betreuungsverein­barung erklärt sich die Kundin* mit dieser Regelung einverstanden.

 

  1. Erreichbarkeit
    • Die Wahlhebammen sind von Montag-Sonntag von 8.00-17.00 Uhr per Telefon, SMS oder E-Mail erreichbar. An den Wochenenden (Samstag und Sonntag) ist jeweils eine Wahl­hebamme in eben diesen Zeiten erreichbar. Anrufe bei der Wahlhebamme, welche sich nicht im Dienst befindet, werden in dieser Zeit automatisch zur diensthabenden Wahlhebamme umgeleitet und von dieser entgegengenommen. Außerhalb dieser Zeiten steht die steirische Hebammenhotline unter der Nummer 0664/3722999, 24h – sieben Tage die Woche, zur Verfügung. Bei Notfällen muss sich die Kundin* an die nächst­gelegene Klinik wenden.
    • Sollte die Wahlhebamme auf den ersten telefonischen Kontaktversuch der Kundin* nicht unmittelbar antworten, ist die Kundin* dazu verpflichtet, die telefonische Kontakt­aufnahme mit der Wahlhebamme weiterhin zu versuchen. Während eines Hausbesuches werden keine Anrufe entgegengenommen, um eine ungestörte Begleitung zu ermög­lichen; deswegen kann es zu Verzögerungen beim Rückruf kommen. Die Wahlhebammen bemühen sich innerhalb von zwei Stunden zurückzurufen.
    • Bei Fragen, welche sich im Laufe der Betreuung ergeben und außerhalb eines Haus­besuches geklärt werden müssen, wird die Kundin* gebeten, die Wahlhebamme zu verständigen, welche sie zuletzt zu Hause besucht hat.
    • Von der Hebamme instruierte telefonische Rückmeldungen bezüglich Vitalität des Kindes, dessen Trinkverhalten und Ausscheidungen o.ä. haben zuverlässig zu erfolgen und ver­stehen sich als Mitwirkungspflicht der Kundin*.
    • Die Kundin* ist verpflichtet, auf versäumte Anrufe von Seiten der Hebamme zu antworten und den Kontakt auch ihrerseits zu suchen.
    • Messenger Dienste wie z.B.: Signal, WhatsApp oder FB-Messenger werden nicht zur Kommunikation verwendet, da der Datenschutz der Kundin* damit nicht gewährleistet werden kann. Austausch von grafischem Material erfolgt per E-Mail (z.B. Fotos).

 

  1. Vertretungsbefugnis
    • Die Wahlhebammen erbringen die Leistungen selbst. Sie können sich im Falle von Krank­heit, Urlaub oder Fortbildung gegenseitig vertreten. Bei einem sehr unwahrscheinlichen Ausfall beider Wahlhebammen können sich diese durch eine andere Wahlhebamme ver­treten lassen. Diese Hebamme wird von den Wahlhebammen selbst organisiert. Die Vertretung unterliegt denselben Verpflichtungen, zu deren Einhaltung sich die Wahl­hebammen in dieser Vereinbarung verpflichtet haben. Insbesondere unterliegt die Ver­tretung den Bestimmungen der Geheimhaltungs- und Verschwiegenheitspflicht.
    • Auch die Verweisung an eine Klinik gilt als professionelle Weiterversorgung. Die Kundin* hat bei der Organisation einer professionellen Weiterversorgung mitzuwirken.

 

  1. Haft- und Rechtschutzversicherung

Für die Tätigkeit als freiberufliche Hebammen besteht eine Haft- und Rechtschutzversicherung.

  1. Verschwiegenheitspflicht

Persönliche und medizinische Daten, die im Zuge der Hebammenbetreuung bekannt werden, unterliegen der Verschwiegenheitspflicht gemäß § 7 Hebammengesetzes (HebG) und werden nicht an Dritte weitergegeben. Die Entbindung der Schweigepflicht kann nur durch die Kundin* selbst erfolgen.

Laut § 7 HebG besteht die Verschwiegenheitspflicht nicht, wenn

  • die durch die Offenbarung des Geheimnisses bedrohte Person die Hebamme von der Geheimhaltung entbunden hat
  • oder die Offenbarung des Geheimnisses nach Art und Inhalt durch ein öffentliches Interesse, insbesondere durch Interessen der öffentlichen Gesundheitspflege oder der Rechtspflege, gerechtfertigt ist
  • oder Mitteilungen der Hebamme über die Versicherte an Träger der Sozialversicherung und Krankenfürsorgeanstalten zum Zweck der Honorar- bzw. Arzneimittelabrechnung, auch im automationsunterstützten Verfahren, erforderlich sind.

 

  1. Dokumentationspflicht

Die Wahlhebammen sind gemäß § 9 HebG dazu verpflichtet, alle Daten rund um Anamnese, Schwangerschaft, Geburt, Wochenbett etc. zu dokumentieren und für mind. zehn Jahre aufzubewahren. Die Dokumentation erfolgt elektronisch mit der Software „Hebamio“.

  1. Risikoaufklärung

Im Wochenbett können bei Mutter und/oder Kind gesundheitsbedrohende Zustände auftreten, wie zum Beispiel Sepsis, Thrombose, Psychische Erkrankungen, Mastitis und Ikterus. Die Wahl­hebammen sind darauf geschult, Anzeichen für diese Zustände zu erkennen und die Kundin* ge­gebenenfalls an geeignetes Fachpersonal weiterzuleiten. Die Überweisung findet mittels Über­weisungsformulars statt.

  1. Zahlungsbedingungen

Eine Gesamtabrechnung mit allen einzelnen Terminen erfolgt nach Beendigung der Betreuung und wird per Mail zugesandt. Der Betrag ist innerhalb einer Woche auf den IBAN DE22 1101 0100 2032 9800 78, Kontoinhaberin Christina Passath abzugsfrei einzuzahlen. Danach kann die Kundin* die Honorarnote bei der jeweiligen Kranken­kasse für die Rückerstattung einreichen.  Nach erfolgter Zahlung tritt die Betreuungsvereinbarung außer Kraft.

  1. Zahlungsverzug

Sollte die Kundin* innerhalb von zwei Wochen nach Stellung der Rechnung die Leistung noch nicht beglichen haben, schuldet die Kundin* Verzugszinsen und es fallen Mahnspesen an.

17.Vertragsänderungen

Vertragsänderungen können ausschließlich schriftlich erfolgen.

18.Gerichtsstand

Für allfällige Streitigkeiten aus gegenständlichen Allgemeinen Geschäftsbedingungen und dem Behandlungsvertrag wird die ausschließliche Zuständigkeit des sachlich zuständigen Gerichts in Graz vereinbart.

Allgemeine Geschäftsbedingungen,
Stand 01.07.2020; Version 1